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BioLogik der Emotion

Warum fällt es vielen Führungskräfte so schwer über Verhalten und Emotionen zu sprechen? Warum werden Emotionen sogar gefürchtet? Was passiert, wenn die Qualifikationsmatrix für ein Team steht aber die Emotionen unbearbeitet bleiben?

Verhalten verstehen, statt Emotionen fürchten

Die Aufforderung, im Beruf "professionell" zu sein, verrät oft vor allem eines: die Unsicherheit im Umgang mit Verhalten und Emotionen. Dabei bringen Menschen ihre Emotionen immer mit, auch an den Arbeitsplatz - Neugier und Langeweile, Vertrauen und Misstrauen, Zugehörigkeit und Distanz sind Ausdruck derselben evolutionären Triebe, die unser Verhalten seit jeher steuern. Wer die Emotionen benennen kann, statt sie zu fürchten, gewinnt Verhaltenssicherheit. Im Gespräch den richtigen Ton treffen, in der Moderation Spannungen auffangen, Emotionen ins gemeinsame Handeln einbinden statt sie zu verdrängen. Die Fähigkeit zur Reflexion macht genau das möglich.

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Triebe, Lust und Unlust

Das Verhalten fußt auf der Triebausstattung des Menschen - Nahrung, Sexualität, Neugier, Aggression und Bindung - mit den jeweils zugehörigen, mal positiven, mal negativen Emotionen. Die im Großhirn angelegte Fähigkeit zur Reflexion erlaubt es, dieses Verhalten zu verstehen, einzuordnen und wo nötig, gezielt zu steuern.

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Emotionen im Team

Ausgangslage: Die Teamleitung stellt eine dringend gewünschte Verstärkung ein - das Team hatte sich wiederholt über die hohe Arbeitsbelastung beschwert. Statt Erleichterung schlägt dem neuen Kollegen jedoch Ablehnung entgegen: Er wird geschnitten, Informationen werden zurückgehalten, die Stimmung im Team kippt. Ein langjähriger Mitarbeiter wird krank, die anderen beschweren sich über die "Unfähigkeit" des Neuen. Die Teamleitung ist ratlos: "Ihr habt euch doch immer Verstärkung gewünscht - jetzt beschwert ihr euch trotzdem?"
 

Erkenntnis: Der neue Kollege wurde nicht als Unterstützung wahrgenommen, sondern als Konkurrent um Rang und Ressourcen im Team. Das löst Revier- und Rangaggressionen aus - Teile des Funktionssystems Aggression, das evolutionär auf Verteidigung des eigenen Reviers und des Rangs ausgelegt ist. Statt das erwartete Miteinander zu stärken entsteht ein Gegeneinander, das die gesamte Teamleistung beeinträchtigt.

Veränderung: Die Teamleitung muss die Rolle des Neuen aktiv benennen -  "Er nimmt euch nichts weg, er soll euch entlasten" -, Aufgabenschwerpunkte im Team klären (wer macht was), die Verhaltensunsicherheit auf beiden Seiten ernst nehmen und ein gemeinsames Ziel entwickeln, in dem der neue Kollege seinen Platz findet. Bei allen sozial lebenden Tieren ist der Umgang mit Aggression im Team Chefsache — im Wolfsrudel mischt sich der Oberwolf aktiv in Konflikte ein, klärt die Auseinandersetzung und stärkt die Gemeinschaft.

Ergebnis: Sobald Rolle, Aufgabenverteilung und Unsicherheiten offen angesprochen sind, verliert die Revieraggression ihren Nährboden - das Team kann den neuen Kollegen als tatsächliche Entlastung statt als Bedrohung erleben. Klärende Impulse, Gespräche und Angebote sind Aufgabe der Führung und festigen "nebenbei" und ganz emotional, die  Rolle des Chefs oder der Chefin für das Team. 

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Erfolgreiche Führung ist authentisch, verständnisvoll und nützlich.

Beim Umgang mit den Emotionen hilft ein realistisches Menschenbild und ein positiver Grundsatz im Umgang mit Menschen. Das Ziel liegt darin Nutzen zu stiften.

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