Wir Menschen sind erstaunliche Lebewesen. Im Laufe der Entwicklung sind wir zu Masters of the Universe und gleichzeitig zu Getriebenen der selbst geschaffenen komplexen Welt geworden. Wir haben uns optimal an die Umwelt angepasst und verändern sie gleichzeitig radikal und unumkehrbar. Einige, vor allem die informierten Jüngeren, stellen die Frage, ob wir gerade im Begriff sind unserer Spezies das Wasser abzugraben und vom Erfolgs- zum Auslaufmodell der Evolution zu werden?

Verhalten - Verstehen - Verwirklichen

Das Verhalten des Menschen bildet einen stabilen Boden: Wir wollen unsere natürlichen Bedürfnisse befriedigen und erleben dies lustvoll, z. B. beim Essen, wenn wir Wertschätzung erfahren oder etwas Neues entdecken.

 

Um die Lust erleben zu können, hat die Evolution einen Turbo-Antrieb entwickelt: Wenn wir nichts zu essen haben, ohne Anerkennung oder neue Informationen hinkommen müssen, setzen wir uns in Bewegung, wir haben einen Grund dafür, ein Motiv, uns nicht mit dem Mangel zufrieden zu geben. Insofern wird auch das anstrengende Aufsuchen eines Nahrungs-, Anerkennungs- oder Neugierreizes attraktiv; denn er verspricht Lust und gewährt Bedürfnisbefriedigung.

 

Tatsächlich ist es ein einfacher Verhaltensmechanismus, der in Erziehung, Bildung, Arbeit und vielen anderen Bereichen eine segensreiche Wirkung erzielen kann: Die Balance zwischen Anstrengung und Lust immer wieder herzustellen.

 

Oftmals erkennen Institutionen, Organisationen und Unternehmen diese Gesetzmäßigkeit des Verhaltens nicht; dabei könnten sie viel von dem erreichen, was sie sich vorgenommen haben, wenn sie die Motive ihrer Mitarbeiter aktiveren. Sobald es gelingt, Flow, Anerkennung und Bindung im Unternehmen zu realisieren wird Leistung attraktiv, weil sie auf natürliche Weise mit dem Lustgewinn verbunden ist.

Verhalten – Verwöhnen – Vernichten

Das Verhalten des Menschen bildet einen stabilen Boden: Wir wollen unsere natürlichen Bedürfnisse befriedigen und erleben dies lustvoll, z. B. beim Essen, wenn wir Wertschätzung erfahren oder etwas Neues entdecken.

 

Dabei entsteht – über die gesamte Menschheit betrachtet – ein unübersehbarer Verhaltens-Trend: In der Masse erweist sich Homo Sapiens nach Möglichkeit als Lust-Maximierer und versucht allzu oft, die Anstrengung des Nahrungsbeschaffens, Leistungserbringens und Erkenntnisgewinnens zu vermeiden.

 

Wer es sich leisten kann, unterliegt tatsächlich oft genug diesem verführerischen Steuerungsimpuls: Gerne erlebt man die Lust, die in der Befriedigung der Bedürfnisse liegt – wiederholt und intensiv. Als uncool wird es jedoch empfunden, unangenehme Anstrengung und monotone, schwere oder langweilige Arbeit auf sich zu nehmen. Das Geschäftsmodell des digitalen Kapitalismus besteht darin, ein gigantisches Heer verwöhnungsorientierter und zahlungskräftiger Konsumenten zu bedienen. 

Mit immer intelligenteren Auswertungen des (Kauf-) Verhaltens werden Produktion und Lieferung der lustversprechenden Objekte und Dienstleistungen realisiert. Auf der einen Seite führt dies zu nie dagewesener Kapitalakkumulation bei den Plattformgiganten, auf der anderen Seite werden die Ressourcen unseres Planeten radikal ausgeschöpft. Das mag bei der globalen Arbeitsteilung noch angehen; doch schon bei den weltweit angelegten Logistikketten wird es problematisch, weil Energieverbrauch, Emissionen und Erderwärmung lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Denn: Verwöhnung schädigt nicht nur die Verwöhnten; sie vernichtet auch die endlichen globalen Lebensgrundlagen.

Verhalten – Versöhnen – Verantworten

Das Verhalten des Menschen bildet einen stabilen Boden: Wir wollen unsere natürlichen Bedürfnisse befriedigen und erleben dies lustvoll, z. B. beim Essen, wenn wir Wertschätzung erfahren oder etwas Neues entdecken.

 

Als Folge massenhafter Bedürfnisbefriedigung hat Homo Sapiens mit zunehmendem Überlebenserfolg seiner Spezies immer stärker in übergeordnete Zusammenhänge seiner Lebensgrundlagen eingegriffen. Mit den gravierenden globalen Folgen (CO2-Anstieg, Klimaextreme, Erderwärmung …) werden wir immer stärker und brutaler konfrontiert.

Das in der menschlichen Natur liegende Grundstreben nach Bedürfnisbefriedigung zu verwehren ist autoritär, dogmatisch, inhuman. Kurzsichtig, demagogisch, unsolidarisch ist es dagegen, wenn auf dem Ticket von Demokratie und Freiheit partikulare Interessen überhöht werden, um dadurch einen Kulturkampf a la Donald Trump anzustacheln. Um aus dieser verfahrenen Situation heraus ein geteiltes Verständnis und ein gemeinsames Handeln zu entwickeln, braucht es verhaltensgerechte, gesellschaftliche und betriebliche Lösungen.

 

Das heißt: Bedürfnisbefriedigung first!  … bei einer Entkoppelung von Wachstum und Energie-, Ressourcen- und Naturverbrauch. Verhaltensökonomisch kann ein weniger tatsächlich mehr sein, wenn die Erlebnisqualität intensiv und hoch ist; z. B. im Flowerleben, in Bindungserfahrungen oder im Empfinden, dass es durchaus Handlungen gibt, in denen wir die Anstrengung selbst mit Lust erleben – und nicht nur den Konsum. Schließlich gibt es da noch ein Haltungsthema: all das möglichst freiheitlich-demokratisch selbstgewählt, gerahmt von einer ebensolchen politischen Ordnung. Hierin liegt ein gesellschaftliches Versöhnungspotential und eine Chance für eine zukunftsfähige Verantwortungsgemeinschaft.

Die Regeln der BioLogik: verhaltensgerecht, verantwortlich und leistungsfreudig

 
 
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Bindungsmanagement in der digitalen Welt

 

01.04.2021 / Wann bauen wir eine Bindung zu einem Menschen auf und wann nicht? Gerade in diesen Zeiten, in denen wir mit unseren Kunden viel über die digitalen Kanäle kommunizieren, ist es deutlich anspruchsvoller geworden, eine starke und gute Bindung aufzubauen.

 

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Lust an Leistung - Die Naturgesetzte der Führung
Die BioLogik des Erfolgs


20.06.2013 | 12. Heilbronner Strategie und Controlling Forum, Vortragender: Prof. Felix von Cube, Professor em. der Erziehungswissenschaft, Universität Heidelberg

Kommentare:

"Sehr interessant und unterhaltsam..." (2016)

"Ich liebe es" (2020)